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(von Hannah Eberle, Lea Feick, Alexandra Hofmockel, Rabea Roth, Jahrgangsstufe 12, Liebfrauenschule Bensheim)

98% Südostasien, 94% China und 75% Südamerika, das sind die Prozentzahlen der Laktose-Intoleranz in der Bevölkerung. Diese Statistik zeigt, dass vor allem die asiatischen Länder davon betroffen sind, da die Ernährung wenig mit Milch oder Milchprodukten in Bezug steht. Doch auch in Deutschland leiden etwa 15% der Erwachsenen an Laktose-Intoleranz.

Bei dieser „Krankheit“ mangelt es dem Körper an dem Enzym Laktase, welches benötigt wird, um die Laktose zu spalten. Die dabei entstehenden Produkte Glucose und Galaktose können vom Körper abgebaut werden. Fehlt jedoch dieses Enzym, gelangt die Laktose ungespalten in den Dickdarm, wo sie durch Bakterien abgebaut wird. Hierbei entstehen verschiedene Gase als Abbauprodukte, welche zu den bekannten Ursachen wie Blähungen und Durchfall führen können.


Diese Beschwerden wurden zwar erst in den letzten zwanzig Jahren festgestellt, jedoch spielt die Laktose-Intoleranz schon Jahrhunderte lang eine Rolle und ist auf die regen Einnahme von Milch und Milchprodukten zurückzuführen. Früher verzerrten die Menschen weniger Milchprodukte und waren daher nicht sehr stark von Beschwerden betroffen, und durch den Ausbau der Landwirtschaft sowie die Tierzucht wurde die weitverbreitete Unverträglichkeit in den nördlichen Ländern/Staaten weitgehend eingedämmt. Die Wende kam mit der industriellen Revolution: Heutzutage greift die Industrie immer mehr auf Fertiggerichte mit großem Anteil an Zusatzstoffen zurück, daher tritt die Laktoseintoleranz wieder vermehrt auf und die begleitenden Beschwerden durch eine übermäßige Einnahme werden verstärkt.
Dieses Phänomen der letzten 20 Jahre führte auch zu einem Wandel in der Milchproduktion: Neuartige Firmen wie MinusL und Lactrase entwickeln nun Produkte, die das Leben mit einer Intoleranz erleichtern und die Menschen somit nicht auf wichtige Nährstoffe der Milchprodukte verzichten müssen. Sogar Vegetarier können auf diese Produkte zurückgreifen, da zum Beispiel die Firma Lactrase die Kapselhülle aus rein pflanzlicher Cellulose herstellt. Nebenwirkungen sind ebenfalls nicht zu befürchten und die Produkte können sogar von Schwangeren, Stillenden und Kindern eingenommen werden. Das Versprechen der neuen Produkte ist somit groß und die Einnahme unbedenklich, deshalb werden weitere Marktketten folgen, die das Leben der laktoseintoleranten Menschen erleichtern wollen.

Dies eröffnet eine Diskussion, ob man von einer neuen Modekrankheit sprechen kann, durch die eine Marktlücke entdeckt worden ist, die es der Industrie ermöglicht hat mit der Vermarktung der neuartigen Produkte zu profitieren. Jedoch stellen Studien und der Aufschwung der Industrie ein allgemeines Zivilisationsleiden fest, wodurch die Laktose-Intoleranz eine ernst zu nehmende „Krankheit“ darstellt.

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